Mein Kampf mit 5600 Fotos und die Hoffnung namens Loupedeck+

Diese Zahl spukt mir seit Tagen im Kopf herum. Sie steht für ein 3-wöchiges Shooting, unfassbar viele Momente und leider auch für… Stunden, ach was, Tage der Bildbearbeitung.

Meine Hände tun schon weh, wenn ich nur daran denke, wie oft ich die Maus über die Schieberegler in Lightroom schieben muss. Und die Tastenkürzel? Ich hab schon längst aufgegeben, sie mir alle zu merken. Jedes Mal, wenn ich einen Arbeitsablauf verinnerlicht habe, vergesse ich ihn im nächsten Moment wieder.

Ich brauche etwas, das meinen Workflow beschleunigt, etwas, das mir die Arbeit erleichtert. Es muss doch eine Lösung geben, die meine Finger von der Tastatur befreit und mir erlaubt, mich voll und ganz auf das Bild zu konzentrieren.

Meine Suche führte mich zum Loupedeck+. Ich hatte schon öfter davon gehört – ein Pult mit Drehreglern, mit dem man die Schieberegler in Lightroom und Photoshop direkt steuern kann. Das klang nach der perfekten Rettung für meine erschöpften Finger.

Was ist das Loupedeck+ überhaupt? Die nackten Fakten

Bevor wir zu meiner persönlichen Geschichte kommen, lass uns kurz die harten Fakten klären.

  • Die Hardware: Das Loupedeck+ ist eine Konsole mit zahlreichen physischen Bedienelementen. Dazu gehören 14 Regler (Dials), 8 Rollräder (Roller Wheels), 15 programmierbare Tasten und 22 vorbeschriftete Tasten. Das alles ist auf einem ergonomischen Gehäuse untergebracht. Es wiegt rund 670 Gramm und wird per USB-Kabel angeschlossen.
  • Intuitive Bedienung: Das Herzstück sind die Regler. Sie sind dafür gemacht, die Schieberegler in der Software haptisch zu bedienen. Du kannst damit beispielsweise Belichtung, Kontrast, Sättigung oder Farbtemperatur direkt anpassen, ohne die Maus zu benutzen.
  • Kompatibilität: Das Loupedeck+ ist primär für die kreative Arbeit gedacht und wurde ursprünglich für Adobe Lightroom Classic CC entwickelt. Es ist aber auch mit anderen Programmen kompatibel, wie Adobe Photoshop CC, Adobe Premiere Pro CC und Skylum Aurora HDR. Es gibt auch Beta-Versionen für Capture One.

Was Loupedeck+ verspricht – und wo die Tücken liegen

Das Päckchen kam an, die Erwartung war gross. Die Einrichtung war denkbar einfach: eine Windows-Anwendung herunterladen, das Gerät anschliessen, fertig. Das Loupedeck+ ist nämlich schon mit Voreinstellungen für die wichtigsten Programme bestückt. Super!

Dachte ich zumindest.

Ich öffne Lightroom, starte die Bearbeitung und will loslegen. Aber Moment mal. Um die gewünschte Funktion einzustellen, muss ich mich durch gefühlte tausend Unterseiten wischen. Für ein Tool, das mir eigentlich die Arbeit erleichtern soll, ist das viel zu umständlich. Das soll mich schneller machen? Eher langsamer!

Meine anfängliche Euphorie verflüchtigte sich schnell. Klar, die Grundeinstellungen sind ganz gut, um ein Gefühl für das Gerät zu bekommen. Aber ich wollte mehr! Ich wollte das Loupedeck+ an meine ganz speziellen Bedürfnisse anpassen. Aber ich bin gescheitert. Zu viele Optionen, zu viele Untermenüs, ein regelrechtes Labyrinth.

Die wahre Rettung – und die Erkenntnis

Gerade als ich schon dachte, das Loupedeck+ wäre eine Fehlinvestition, entdeckte ich einen YouTube-Kanal, der alles änderte. Ein Kanal von Martin Dörsch, der sich u. a. dem Thema bis ins Detail widmet. Und es ist auch der einzige Kanal, der wirklich zeigt, was das Loupedeck+ kann und wie es funktioniert.

Die Videos über das Loupedeck+ haben mir die Augen geöffnet. Plötzlich verstand ich, dass ich das Gerät nicht einfach nur blind benutzen kann. Man muss sich damit beschäftigen. Das war auch der Moment, in dem ich erkannte, dass Lightroom über einen viel größeren Funktionsumfang hat, als ich je geahnt hätte – und mit Tastaturbefehle noch intuitiver zu bedienen ist.

Mein Fazit – mitten im Lernprozess

Nach den ersten Tagen mit dem Loupedeck+ stehe ich noch am Anfang. Einerseits ist die Idee dahinter genial: die Möglichkeit, mit den Reglern direkt zu arbeiten, statt mit der Maus zu fummeln, ist unschlagbar. Die haptische Erfahrung macht einfach Spass und fühlt sich intuitiv an. Allerdings muss ich zugeben, dass das Plastikgefühl der Regler dem Preis geschuldet ist und die Haptik noch besser sein könnte.

Andererseits ist die Komplexität der Software und die Fülle an Optionen ein echter Stolperstein. Es braucht Geduld und Zeit, um die vielen Funktionen wirklich zu verstehen. Ich bin überzeugt, dass das Loupedeck+ sein wahres Potenzial erst entfaltet, wenn man bereit ist, sich darauf einzulassen. Und genau das mache ich gerade.

Gerne verweise ich auch auf die Webseite von Martin: www.martindoersch.at/blog/


Es werde natürlich nicht die 5600 Fotos bearbeitet. Aber ein paar Hundert werden es schon werden … uff

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