Vom Objektiv ins Herz: Mein emotionales Foto-Abenteuer

Drei Wochen, 1000 Kilometer und ganz viel Herz

Drei Wochen Vollgas, knapp 1000 Kilometer durch die Ostschweiz gefahren und dabei zehn von zwölf Rehaklinik-Standorten mit neuen Imagefotos versorgt – das war mal ein Brett! Dieses Projekt war kein kleiner Auftrag. Physisch und psychisch hat mich das Ganze ordentlich gefordert. Mein Rücken hat geflucht, meine Füsse gebrannt, mein Kopf geraucht, aber hey, wer rastet, der rostet, oder?

Ich durfte für  meinen neuen Arbeitgeber, der gerade ein Rebranding durchläuft, neue Imagefotos machen – und zwar an zehn der zwölf Standorte. Diese zehn Shootings habe ich erfolgreich absolviert. Die Intensität dieser Shootings, mit all den Eindrücken, Emotionen und der menschlichen Nähe, war enorm.

Hinter den Kulissen: Wenn der Job unter die Haut geht

Denn: Es waren keine leeren Gebäude, keine Showrooms, keine sterilen Büros. Es waren Rehakliniken. Orte, an denen Menschen jeden Tag kämpfen. Gegen Schmerzen, gegen Einschränkungen, gegen die Ohnmacht. Und manchmal auch: für neue Hoffnung.

Ich war als Fotograf da – aber nicht als neutraler Beobachter. Ich war mal selbst in dieser Welt. Rollstuhl. Pflegebett. Therapiestunde. Ich kenne das Gefühl, wenn plötzlich nichts mehr selbstverständlich ist. Wenn man bei allem Hilfe braucht. Wenn man auf den Blick der Pflegerin angewiesen ist, um zu wissen: „Es wird schon wieder. Geduld!“

Deshalb war diese Arbeit mehr als nur ein Job. Es war ein Zurückkommen. Ein Wiedererleben. Ein Mitfühlen. Und manchmal – ja – ein bisschen zu viel. Tolle Gespräche haben sich ergeben, und ganz viel Empathie hat sich in diesen Wochen herauskristallisiert. Ich habe tolle Menschen getroffen. Pflegerinnen und Pfleger, Therapeutinnen und Therapeuten, die mit einer Ruhe und Wärme durch den Tag gehen, die mich tief beeindruckt hat. Patienten, die mitten in ihrer Geschichte stehen – manche mit einem Lächeln, manche mit Tränen. Und ich durfte zuhören. Ich musste zuhören. Denn es wäre falsch gewesen, nur Bilder zu machen und dann weiterzuziehen.

Stolz auf das Ergebnis – und auf die menschliche Verbindung

Nach drei Wochen war ich ehrlich gesagt ziemlich platt. Physisch – weil ich viel unterwegs war. Psychisch – weil ich vieles mitgenommen habe. Aber: Ich bin auch ein bisschen stolz. Nachdem ich knapp 8000 Fotos gesichtet und auf knackige 5800 mit vier Sternen reduziert habe, durfte ich mir aber mal so richtig auf die Schulter klopfen. Puh, was für eine Arbeit! Aus den 8000 Fotos sind am Ende knapp 5800 übrig geblieben – alle mit 4 Sternen markiert. Die Besten davon werden später noch die vollen 5 Sterne bekommen. Qualität vor Quantität. Und das Feedback? Durchweg positiv.

Aber noch wichtiger: Ich habe wieder gespürt, wie wichtig der Kontakt zu Menschen ist. Wie viel Empathie entstehen kann, wenn man nicht nur schaut, sondern wirklich sieht. Die Fotos sind nicht nur super angekommen, sondern ich habe dabei auch wieder richtig viel Nähe zu Menschen gefunden. Und das ist ja oft das Schönste an meinem Job.

Das Wichtigste im Leben

Und ich habe wieder mal begriffen, was man so oft vergisst: Gesundheit ist nicht alles – aber ohne Gesundheit ist alles nichts.

Es kann so schnell gehen. Ein Unfall. Eine Diagnose. Ein einziger Moment, der dein Leben kippt. Es kann von heute auf morgen anders sein. Eine Krankheit – und plötzlich stehst du vor einem Scherbenhaufen, den du nie für möglich gehalten hättest. Das Leben ist zerbrechlich. Und genau deshalb sage ich dir und vor allem mir aus tiefstem Herzen: Lebe. Liebe. Lache.

Kümmere dich um dich, um deine Lieben und um deine Träume. Denn am Ende bleiben uns nur die Erinnerungen und die Liebe, die wir gegeben und empfangen haben.

In diesem Sinne, bleib gesund und geniess das Leben in vollen Zügen (wie es dir möglich ist)!


Titelbild: Maria Oswalt auf Unsplash

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