Zahlen für Amerikas Schulden? – Trumps neue Zölle als Ablasshandel
Die US-Zölle und die Schweizer Wirtschaft: Ein kritischer Blick auf Trumps Handelspolitik
Der „Strafzoll“: Eine Bestrafung für den Schweizer Erfolg?
In der Weltwirtschaft weht wieder ein rauer Wind. Seit die US-Regierung unter Donald Trump ihre Handelspolitik mit Nachdruck durchsetzt, spürt das auch die kleine, aber feine Schweizer Wirtschaft. Man fragt sich: Was hat es mit den Zöllen auf sich, die plötzlich auch die Schweiz mit 39 % treffen?
Die offizielle Begründung aus Washington lautet: Die Schweiz würde von einem „unfairen“ Handelsumfeld profitieren, was zu einem Handelsdefizit von rund 38,5 Milliarden Franken zugunsten der Schweiz führt. Aus amerikanischer Sicht ist dies ein Problem, das mit sogenannten „Strafzöllen“ korrigiert werden muss.
Doch diese Sichtweise stösst auf Kritik. Viele argumentieren, dass das Handelsdefizit kein Zeichen für unfaire Praktiken ist, sondern für die Stärke und Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Wirtschaft. Schweizer Uhren, Pharmaprodukte und Präzisionstechnik stehen für Qualität, die weltweit und eben auch in den USA stark nachgefragt ist. Aus dieser Perspektive wird die Schweiz quasi für ihren wirtschaftlichen Erfolg bestraft.
Steckt hinter den Zöllen auch das Problem der US-Schulden?
Eine oft diskutierte Frage ist, ob die Zölle auch mit der enormen Staatsverschuldung der USA zusammenhängen. Zölle sind grundsätzlich eine Einnahmequelle für den Staat, und jeder eingenommene Dollar fliesst in die US-Staatskasse.
Realistisch betrachtet sind die Einnahmen aus den Zöllen jedoch nur ein Tropfen auf dem heissen Stein im Verhältnis zur gigantischen Staatsverschuldung der USA (rund 36,8 Billionen US-Dollar (Stand Ende Juli 2025) und Zinszahlungen von über 900 Milliarden Dollar pro Jahr). Die Zölle sind in erster Linie ein politisches und wirtschaftliches Werkzeug, kein rein fiskalisches. Sie dienen als Hebel, um Handelspartner wie die Schweiz zu Zugeständnissen zu bewegen – sei es, die Märkte zu öffnen oder mehr in den USA zu investieren.
Klare Erpressung! In der diplomatischen und politischen Sprache würde man das Wort natürlich vermeiden und stattdessen von „Verhandlungshebel“, „Druckmittel“ oder „strategischen Zöllen“ sprechen.
Dieser ganze Zollkrieg mutet umso zynischer an, wenn man sich vor Augen führt, dass die USA der Schweiz selbst rund 300 Milliarden Dollar schulden. Dieser Betrag bezieht sich auf US-Staatsanleihen, die die Schweizerische Nationalbank (SNB) als Teil ihrer Währungsreserven hält. Es ist eine paradoxe Situation: Die USA verhängen Zölle wegen eines angeblichen Handelsdefizits, während sie gleichzeitig der grösste Schuldner der Schweiz sind.
Was bedeutet das für die Schweizer Wirtschaft?
Für die Schweizer Wirtschaft bedeuten die Zölle eine grosse Herausforderung. Sie machen Schweizer Produkte in den USA teurer und damit weniger attraktiv. Das trifft Unternehmen direkt und kann Arbeitsplätze gefährden.
Die Schweiz muss daher eine klare Strategie finden, um ihre Position als offene, aber auch selbstbewusste Handelsnation zu verteidigen. Eine Politik, die auf Abschottung und Strafen statt auf fairen Wettbewerb setzt, schadet am Ende der gesamten Weltwirtschaft.
Die USA haben ihre Bereitschaft, sich an die Regeln zu halten, infrage gestellt und das Streitschlichtungssystem blockiert. Kritiker werfen der US-Politik vor, das auf Regeln basierende, multilaterale Handelssystem zu zerstören. Die Welthandelsorganisation (WTO) ist massiv unter Druck.
Kommentare: 0
Kommentare sind geschlossen.