Tesla, Musk und die grosse Frage: Warum macht mein Auto Politik?
Es ist schon fast eine Comedy-Nummer: Tesla ist in aller Munde, und der Grund dafür sind nicht die Autos, sondern – Trommelwirbel – Elon Musk.
Also gut, liebe Leute, lasst uns über den Elefanten im Raum sprechen – oder besser gesagt über den Tesla in der Garage. Offensichtlich ist es jetzt „en vogue“, sich über Elon Musk aufzuregen und zu erklären, warum man deswegen keinen Tesla mehr kaufen würde. Ja, Roger Schawinski, ich schaue in deine Richtung. Aber mal ehrlich: Seit wann ist das Auto, das ich fahre, eine politische oder moralische Grundsatzentscheidung?
Ein CEO macht keine Marke aus – oder doch?
Tesla ist Elon Musk und Elon Musk ist Tesla, so die oft wiederholte Gleichung. Aber ist das wirklich so? Sicher, Musk hat Tesla (mit)aufgebaut, zu einem Synonym für Elektromobilität gemacht und den Markt ordentlich durchgeschüttelt. Aber seien wir mal ehrlich: Es gibt in der Automobilbranche keine andere Marke, bei der man den Vorstandsvorsitzenden mit derartiger Inbrunst an sein Produkt koppelt.
Niemand verkauft seinen VW, weil der VW-Vorstand mal wieder einen Skandal produziert. Und glaubt jemand ernsthaft, dass Mercedes-Fahrer ihre S-Klasse loswerden, wenn Ola Källenius mal was Doofes twittert? Wohl kaum. Aber bei Tesla ist das plötzlich ein Argument.
Moral auf Rädern?
Die Idee, dass ein Auto für die politischen Ansichten seines CEOs verantwortlich ist, ist … sagen wir mal, unterhaltsam. Tesla baut seit Jahren solide Fahrzeuge, ist führend in Sachen Reichweite, Ladeinfrastruktur und Effizienz. Aber jetzt soll das alles nichts mehr wert sein, weil Elon Musk auf X (aka Twitter) ab und zu über die Stränge schlägt?
Das ist, als würde man seinen Kühlschrank entsorgen, weil der Hersteller-Chef plötzlich mit schrägen politischen Statements um die Ecke kommt. Eine völlig absurde Logik.
Die Doppelmoral der Entrüstung
Aber Moment mal, da ist noch mehr. Diesel-Skandal, Greenwashing, Korruption – grosse Autohersteller haben sich über Jahrzehnte einiges geleistet. Doch niemand fordert, BMW & Co. zu boykottieren, weil sie Kartellabsprachen getroffen haben. Oder den Porsche-Verkauf einzustellen, weil irgendwo ein Vorstandsvorsitzender mal unpassend auf einer Gala aufgetreten ist.
Aber Musk twittert einen fragwürdigen Vergleich, und plötzlich sind Tesla-Kunden moralisch angezählt? Kommt schon, Leute.
Tesla verkauft Autos – nicht Meinungen
Ein Tesla ist kein Statement für oder gegen Elon Musk. Es ist ein Auto. Punkt. Natürlich mag es Menschen geben, die sich einen Tesla kaufen, weil sie Musk feiern. Aber die meisten kaufen sich einen Tesla, weil das Auto gut ist: Weil die Reichweite stimmt, weil die Supercharger unschlagbar sind, weil das Fahrerlebnis begeistert.
Und ganz ehrlich: Wer denkt, dass Musks politische Eskapaden den globalen Absatz von Tesla ernsthaft beeinflussen, hat den Automarkt nicht verstanden. Es gibt viele Leute, die einfach nur ein gutes Elektroauto wollen – und die interessiert es herzlich wenig, was der CEO auf Social Media treibt. Und die paar Moralapostel, die sich keinen Tesla mehr kaufen, fallen in der Statistik nicht auf.
Fazit: Weniger Drama, mehr Fakten
Am Ende ist die Diskussion um Elon Musk und Tesla ein Sturm im Wasserglas. Die Marke wird nicht an den Tweets ihres CEOs scheitern. Musk könnte morgen das Internet abschalten, und Tesla würde immer noch Autos verkaufen, weil die Produkte überzeugen.
Also, liebe Schawinskis dieser Welt: Macht euch mal locker. Euer Auto ist kein politisches Manifest. Es ist ein Fahrzeug, das euch von A nach B bringt. Und wer sich ein Auto kauft, nur um den Chef dahinter zu feiern oder zu boykottieren, hat sowieso andere Probleme.
— Update 2001205 —
Da hat sich der Herr Doktor aber ordentlich ins Fettnäpfchen gesetzt und schnell die Kommentare deaktiviert:
www.linkedin.com/posts/activity-72834…
Die Kommentarspalte lässt hoffen und zeigt, dass ich nicht alleine mit meiner Denkweise bin!
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