OpenClaw: Warum ich die Büchse der Pandora gar nicht erst öffne

Alle reden gerade über KI-Agenten wie OpenClaw. Programme, die nicht nur antworten, sondern handeln: Mails schreiben, Kalender pflegen, Projekte managen. Klingt nach Sci-Fi. Oder nach Feierabend mit Kaffee.

Ich habe mir das angeschaut. Wow, aber ziemlich schnell gemerkt: Nein, danke.

Damit so ein Agent „funktioniert“, braucht er Vollzugriff. Admin-Rechte. Alles sehen, alles lesen, alles ändern. Im Video dann der freundliche Hinweis: Bloss nicht auf dem eigenen Rechner laufen lassen. Zu gefährlich. Stattdessen Server mieten, Firewalls bauen, SSH-Keys pflegen. Eine digitale Gummizelle für Skynet die KI.

Und genau da bin ich raus.

Ich nutze Technik, um mein Leben einfacher zu machen – nicht um nebenbei Sicherheitsexperte zu werden. Wenn ich Angst haben muss, dass mein Assistent auf eine manipulierte Mail reinfällt und Chaos anrichtet, ist der Nutzen für mich dahin. Ganz abgesehen von Kosten, Unberechenbarkeit und Code, den am Ende niemand mehr wirklich versteht.

Mag sein, dass das die Zukunft ist. Für Bastler, Enthusiasten und Leute mit starken Nerven. Ich bleibe lieber bei simplen, dummen Automatisierungen. Die machen genau das, was ich will. Nicht mehr. Nicht weniger.

Die Büchse der Pandora? Die bleibt bei mir erstmal zu.

Kommentare: 2

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09.02.2026 09:04
Ich denke, das ist erst einmal eine Testphase. Auf Dauer glaube ich schon, dass diese Weiterentwicklung von KI integrativer Bestandteil des täglichen Lebens sein wird. Wichtig ist m.E. nicht, was die KI kann, sondern wie sie schnell und einfach angewiesen und natürlich auch gestoppt werden kann. Als Beispiel könnte die KI sensible Tätigkeiten ankündigen und mit einem einfachen Stopp reglementiert werden. Es bleibt spannend.
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Oliver (Autor)
09.02.2026 16:48
@Peter Lohren 09.02.2026 09:04 Hallo Peter, genau da liegt der Hund begraben. Wenn sich KI-Bots unterhalten und eigenständig handeln, verlassen wir das Feld einer kontrollierten Testphase. "KI" ist ohnehin ein massiv überstrapaziertes Buzzword – komplexe Algorithmen begleiten uns schon lange. Aber OpenClaw und ähnliche Agenten gehen einen Schritt weiter, der schlicht beängstigend ist. Es ist ein gewaltiger Unterschied, ob ich mit "Chatty" im Beruf oder privat Texte entwerfe, oder ob ich ein System schaffe, dessen Handeln sich der unmittelbaren Kontrolle entzieht. Für mich überwiegt das Risiko den Nutzen momentan bei Weitem und ist mir auch alles zu kompliziert. Nach mir die Sintflut :-)

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