Metallica, mein ewiger Traum – und warum er wohl einer bleiben muss

Einmal im Leben. Einmal diese Energie spüren, einmal „Enter Sandman“ aus Tausenden Kehlen hören, einmal die Riffs von Kirk Hammett und James Hetfield live erleben. Einmal Lars Ulrichs Mimik sehen, wenn er die Drums bearbeitet. Metallica. Seit meiner Jugend thront dieser Name neben Megadeth, Iron Maiden und Guns ’n Roses ganz oben auf meiner Playlist.

Bisher hat es nie geklappt. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Und als ich hörte, dass Metallica nächstes Jahr nach Zürich kommen – ein Heimspiel quasi – da machte mein Herz einen kleinen Hüpfer. Das wäre es doch! Spontan … Und dann kam die kalte Dusche. Sind das wirklich die Preise, die man heute für ein Konzert dieser Grössenordnung zahlen muss?

Ich bin ja bereit, für ein besonderes Erlebnis tiefer in die Tasche zu greifen. Aber was da teilweise aufgerufen wird, sprengt für mich einfach den Rahmen. Und es scheint ein Trend zu sein. Wenn *Gemini* richtig recherchiert hat, Lagen die Preise vor etwa 10 Jahren (WorldWired Tour) für einen Stehplatz zwar auch schon nicht bei einem Pappenstiel, aber oft noch im Bereich von vielleicht 90 bis 115 Euro. Das war viel Geld, aber für viele noch irgendwie machbar.

Heute, bei der aktuellen M72 World Tour, sieht das Bild oft anders aus. Selbst wenn man die oft angebotenen Zwei-Tages-Tickets auf eine einzelne Show herunterbricht, landet man schnell bei Preisen von 120, 130 Euro für einen normalen Stehplatz – und das ist oft noch die untere Kante. In Städten wie Berlin klettern die Preise für einen einzelnen Stehplatz im Innenraum auch mal locker auf über 150 Euro, vom Golden Circle oder VIP-Paketen will ich gar nicht erst anfangen.

Es gab definitiv eine Preissteigerung für Metallica-Tickets in Europa über die letzten 10 Jahre. Für einen normalen Stehplatz kann man von einer Erhöhung im Bereich von grob 20% bis 50% ausgehen, wobei es je nach Stadt, Land und spezifischer Show erhebliche Schwankungen geben kann. VIP-Pakete und Top-Sitzplatzkategorien sind oft noch deutlich teurer geworden.

Klar, die Inflation ist ein Thema. Die Produktionskosten für solch gigantische Shows mit aufwendiger Bühne und Technik sind sicher immens gestiegen. Und ja, Metallica ist eine der grössten Bands der Welt, die Nachfrage diktiert den Preis. Das verstehe ich alles – zumindest rational.

Preise in Zürich waren im Schnitt von 180 bis 390 Franken. Stehplatz an der Bühne: CHF 425!  Ich kann es mit leisten, aber mein Herz tut sich schwer damit. Geht es nur noch um Gewinnmaximierung, oder auch noch um die Fans, die die Band über Jahrzehnte unterstützt haben?

Sorry, Metallica

Ich habe schnell abgewunken, die besten Karten waren 20min nach Verkaufsstart eh schon weg. Die Vorstellung, James Hetfield „Nothing Else Matters“ singen zu hören, live in Zürich, ist unglaublich verlockend. Aber zu welchem Preis? Einem Preis, der mir das Gefühl gibt, über den Tisch gezogen zu werden? Ausserdem habe ich auch die Befürchtung, enttäuscht zu werden: Wie bei Depeche Mode.

Schweren Herzens muss ich sagen: Sorry, Metallica. So sehr ich eure Musik verehre, so sehr ich diesen Traum gelebt hätte – aber nicht zu diesem Preis.

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