Hörtipp: Armin van Buuren – PIANO

Warum der Trance-Titan plötzlich ganz leise wird

Armin van Buuren? Für mich war er immer der DJ unter den DJs. Der Mann hinter A State Of Trance, der Typ, der seit Jahrzehnten ganze Arenen mit erhöhten BPM zum Beben bringt.

Und dann kommt PIANO. Damit veröffentlicht Armin van Buuren sein wohl persönlichstes Album überhaupt – und gleichzeitig eines, mit dem ich nie gerechnet hätte. #PIANO besteht aus 15 komplett selbst komponierten Stücken, alle in einem einzigen Take eingespielt. Keine Beats. Keine Drops. Keine Kickdrum. Nur Klavier, Streicher und eine ganze Menge Gefühl.

Armin erzählt offen, dass er dieses Projekt zuerst gar nicht teilen wollte. Es war zu privat, zu weit weg von dem, was man von ihm erwartet. Ich kann’s nachvollziehen: Wenn man weltweit als Dance-Ikone gilt, ist ein reines Piano-Album ungefähr das musikalische Gegenteil eines DJ-Sets im Ushuaïa.

Doch nachdem er die Stücke gemeinsam mit einem Streicherensemble im ConcertLab in Utrecht aufgenommen hatte, wusste er: Das muss raus in die Welt. Und zum Glück hat er’s getan.

Gemeinsam mit seinem Klavierlehrer Geronimo Snijtsheuvel hat er 14 Originalkompositionen und eine Interpolation geschaffen, die so reduziert und ehrlich sind, dass man fast vergisst, dass dieser Mann sonst von Festivalbühnen dirigiert. Jeder Track klingt, als würde er direkt aus einem stillen Moment stammen – roh, verletzlich, wunderschön.

PIANO ist keine Abkehr vom Dancefloor, sondern ein Blick hinter die Kulisse. Ein anderer Armin. Ein echter Armin. Vielleicht sogar der ehrlichste, den wir je gehört haben.

Für alle, die ihn – so wie ich – bislang nur als DJ und ASOT-Mastermind kannten, ist dieses Album eine Entdeckung. Ein Gegenentwurf zur Geschwindigkeit der elektronischen Musik, ein ruhiges Atemholen in Klangform. Und für mich als Klassik-Liebhaber ein #Hörtipp: Kopfhörer auf, Alltag aus – und einfach zuhören.

👉 “PIANO” anhören

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