GoPro – Vom Held zur Randnotiz: Der steile Aufstieg und dramatische Fall eines Action-Kamera-Pioniers
GoPro war einst der unangefochtene Marktführer im Bereich der Action-Kameras. Mit innovativen Produkten und einer starken Community prägte das Unternehmen eine ganze Generation von Abenteurern und Content Creators. Doch der steile Aufstieg wurde von einem ebenso dramatischen Fall gefolgt. Hier ein Überblick über die wichtigsten Stationen von GoPros Erfolg und Niedergang.
Der Aufstieg: Vom Surfertraum zum Börsenstar
GoPro wurde 2002 von Nick Woodman gegründet, der ursprünglich eine Kamera suchte, um sich beim Surfen selbst zu filmen. Die Idee traf den Nerv der Zeit: Kompakte, robuste Kameras, die spektakuläre Perspektiven ermöglichten, wurden schnell zum Hit bei Extremsportlern und Hobbyfilmern. 2014 ging GoPro an die Börse und erreichte einen Aktienkurs von fast 100 US-Dollar. Woodman wurde zum bestbezahlten CEO der USA und das Unternehmen zum Synonym für Action-Kameras.
Der Fall: Strategische Fehler und Marktveränderungen
Der Niedergang begann mit mehreren strategischen Fehlentscheidungen:
- Überambitionierte Expansion: GoPro versuchte, sich als Medienunternehmen zu positionieren, anstatt sich auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren.
- Fehlgeschlagene Produkte: Der Einstieg in den Drohnenmarkt mit der „Karma“ endete in einem Desaster. Technische Probleme führten zu Rückrufen, und das Projekt wurde 2018 eingestellt.
- Starke Konkurrenz: Chinesische Hersteller wie DJI und Xiaomi boten günstigere Alternativen an, während Smartphones mit verbesserten Kameras die Notwendigkeit einer separaten Action-Kamera reduzierten.
- Finanzielle Probleme: Zwischen 2016 und 2018 kam es zu mehreren Entlassungswellen. Der Umsatz halbierte sich, und der Aktienkurs fiel auf unter 2 US-Dollar.
Aktuelle Lage: Kampf ums Überleben
Im Jahr 2025 kämpft GoPro weiterhin mit finanziellen Schwierigkeiten:
- Aktienkurs: Die Aktie liegt derzeit bei etwa 0,61 US-Dollar, weit entfernt von den Höchstständen vergangener Jahre.
- Finanzielle Massnahmen: CEO Nick Woodman verzichtete auf sein Gehalt, um Kosten zu senken. Das Unternehmen plant Einsparungen von 50 Millionen US-Dollar im Jahr 2025.
- Produktentwicklung: Trotz der Herausforderungen bringt GoPro weiterhin neue Produkte auf den Markt, wie die HERO13 Black mit verbesserten Funktionen.
DJI: Der stille Gewinner im Action-Kamera-Markt
Während GoPro mit internen Problemen kämpfte, nutzte DJI – ursprünglich als Drohnenhersteller bekannt – die Gunst der Stunde. Mit der Einführung der DJI Osmo Action und später der Action 2 sowie Osmo Action 4 bot DJI nicht nur technische Innovationen wie Frontdisplays und magnetische Montagesysteme, sondern auch eine perfekte Integration in sein bereits etabliertes Ökosystem aus Drohnen und Gimbals.
DJI hat GoPro in Sachen Innovation, Marketing und Nutzererlebnis klar überholt.
Während GoPro an alten Erfolgsmodellen festhielt, verstand DJI, wie wichtig es ist, Kameras für Social Media Creators, Vlogger und moderne Content Creator zu bauen – und nicht nur für Extremsportler.
GoPro kämpft heute um Marktanteile, DJI ist längst der neue Platzhirsch im Segment der Action-Kameras und hat mit der Osmo Action 4 den Benchmark gesetzt.
🎓 Fazit: Eine Lektion in Unternehmensführung
GoPros Geschichte ist ein Paradebeispiel für den rasanten Aufstieg und Fall eines Technologieunternehmens. Innovationskraft und eine starke Community führten zu grossem Erfolg, doch strategische Fehlentscheidungen und Marktveränderungen brachten das Unternehmen in Schwierigkeiten. Ob GoPro sich erneut erfinden kann, bleibt abzuwarten.
Für eine visuelle Zusammenfassung empfehle ich folgendes Video:
Kommentare: 0
Kommentare sind geschlossen.