Gendern? Nein, danke! Teil 2

Es folgt ein Teil 2, weil, von einer

gezielten gesteuerten Unruhe in der Blogstrasse

die Rede war, und jemand …

immer noch der Ansicht ist, dass das kein Zufall war

Ausserdem wird von einer

Verdoofung

gesprochen, und der beste Absatz

Ich bin traurig darüber, wie Ihr diesem helvetischen Gesellen auf den Leim gegangen seid. Genau das macht diesen braunen Shice wieder vollends salonfähig.

Jetzt sind sie mir also schon „auf den Leim gegangen“ – und ich mache „braunen Shice salonfähig“? Klingt nach einem geheimen Einsatzkommando für Meinungsvielfalt. 😉

Ich liebe ja solche Verschwörungstheorien. Herrlich.

Traurig ist, wie schnell heute eine politische Debatte durch moralische Keulen ersetzt wird. Wer widerspricht, wird nicht mehr hinterfragt – er wird gleich in eine Ecke gestellt. Am besten gleich in die ganz rechte. Das ist keine Auseinandersetzung – das ist Erpressung durch Etikettierung. Es geht nicht mehr ums Thema an sich, es zählt nur noch der Versuch, Widerspruch moralisch zu diskreditieren..

Gendern: Nein danke – aus guten Gründen

Ein Grossteil der Pro-Kommentare – hier und anderswo – klingt immer gleich: Inklusion, Weiterentwicklung der Sprache, Sichtbarmachen marginalisierter Gruppen … Klingt erstmal gut. Doch schaut man genauer hin, fehlt etwas Entscheidendes: Eine Auseinandersetzung mit dem Wie.

Die Realität des Genderns ist ein einziges sprachliches Chaos – Sternchen, Doppelpunkte, Binnen-Is, Unterstriche, Pausen beim Sprechen, künstlich konstruierte Formen. Und niemand will darüber reden. Keine Einsicht, kein Nachdenken über Lesbarkeit, Verständlichkeit oder Sinnhaftigkeit. Stattdessen: Diskreditieren, diffamieren, mundtot machen.

Wer Kritik äussert, wird sofort etikettiert: „rechts“, „transfeindlich“, „gestrig“. Eine echte Debatte findet nicht mehr statt.

Worum geht’s eigentlich?

Ursprünglich ging es um zwei Dinge:

  1. Sichtbarmachung des weiblichen Geschlechts – das wird bereits durch die Doppelnennung wie „Kundinnen und Kunden“ erfüllt. Das ist sprachlich sauber, respektvoll und nachvollziehbar.
  2. Inklusion nicht-binärer Menschen – das ist der neue Aspekt. Und genau hier fängt das Problem an.

Denn jetzt soll die Sprache plötzlich täglich wechselnden Identitätsgefühlen angepasst werden. Wer sich morgens männlich, nachmittags weiblich und abends neutral fühlt, soll durch Sternchen, Unterstriche oder neue Pronomen abgeholt werden. Ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass diese Menschen primär an Sprachreformen interessiert sind. Viele von ihnen haben ganz andere Sorgen – und verdienen Respekt auf eine andere Weise.

Aber dafür die deutsche Sprache zu verunstalten, ihre Struktur zu zerstören, sie kompliziert, unlesbar und uneinheitlich zu machen? Da steige ich aus.

Gendern per Gerichtsbeschluss?

Dass erste Gerichte das Gendern nun verbieten, ist ein Signal. Aber: Das kann nicht die Lösung sein. Sprache per Gesetz zu regulieren ist heikel. Was wir stattdessen bräuchten, wäre eine ehrliche und logische Umsetzung des Konzepts – eine, die funktioniert, verständlich bleibt und nicht ständig neue Probleme schafft.

Gendern? Nein, danke.

Nicht, weil ich gegen Respekt bin. Sondern weil ich für Sprache bin. Für Verständlichkeit. Für Klarheit. Für eine Sprache, die verbindet – statt zu verwirren.

„Wer dagegen ist, ist rechts, rückständig, gefährlich.“

Wirklich? Ist jetzt die Mehrheit der Bevölkerung – laut Umfragen – plötzlich Nazi?

Ich habe mir die Mühe gemacht, viele genderfreundliche Texte der Kommentatoren querzulesen. Was bleibt, ist der Eindruck: Entweder halbherzige Symbolpolitik, oder sternchendurchsetzter Aktivismus, der am Leser vorbeischreibt.

Wer ernsthaft glaubt, Widerspruch sei ein Zeichen von Menschenfeindlichkeit, hat den Boden der Diskussion verlassen. Und wer obendrein die offensichtlich gesteuerte Durchsetzung des Genderns in Behörden, Medien und Bildungsinstitutionen nicht sehen will – der sollte dringend mal über den Tellerrand schauen und die eigene Blase verlassen.

P. S.:Gendern in seiner aktuellen Ausführung ist nicht inklusiv, sondern im Gegenteil diskriminierend – gegenüber Menschen mit Sehbehinderung, Blindheit oder kognitiven Einschränkungen. Was oft als „Sprachfortschritt“ verkauft wird, erschwert die Verständlichkeit und schliesst Menschen aus, die auf klare, einfache Sprache angewiesen sind.

Ein weiterer Denkanstoss für alle, die wirklich Inklusion wollen – und nicht nur Symbolpolitik.


Zu den Pro-Kommentaren

1. Mary Lou: „Steile These, unbelegt.“

Mary Lou kritisiert die Aussage, dass die meisten Menschen aus Anpassung und Angst gendern. Sie bezeichnet es als „unbelegte These“ und fragt nach Statistiken.

Gegenargument: Die These ist nicht unbelegt, sondern basiert auf einer Beobachtung des sozialen und institutionellen Drucks. Statistiken zeigen eine klare Ablehnung in der Bevölkerung, aber gleichzeitig wird Gendern in vielen Bereichen wie Medien, Universitäten oder im öffentlichen Dienst zunehmend zur Norm. Dieser Umstand legt nahe, dass die Einführung des Genderns nicht aus einer breiten gesellschaftlichen Überzeugung heraus geschieht, sondern von oben herab durchgesetzt wird. Wenn 80 % der Menschen etwas ablehnen, es aber dennoch im öffentlichen Raum präsent ist, ist es logisch zu schlussfolgern, dass dieser Gebrauch nicht freiwillig oder aus innerer Überzeugung geschieht. Die Angst vor Ausgrenzung, beruflichen Nachteilen oder verbalen Angriffen („Shitstorm“) ist eine sehr reale Motivation, sich anzupassen.


2. Chris: „Sprache ist ein Experimentierfeld.“

Chris behauptet, Sprache sei sehr wohl ein Experimentierfeld und die Argumentation des Autors sei ein „Strohmann“.

Gegenargument: Sprache ist in der Tat einem Wandel unterworfen, aber dieser Wandel ist in der Regel organisch und resultiert aus dem alltäglichen, ungesteuerten Gebrauch der Menschen. Gendern mit Sonderzeichen ist jedoch kein organischer Wandel, sondern ein künstlicher Eingriff, der von bestimmten Institutionen und Interessengruppen bewusst vorangetrieben wird. Ein „Strohmann-Argument“ liegt vor, wenn man eine falsche oder übertriebene Version der gegnerischen Position angreift. Der Autor hat aber zu keinem Zeitpunkt behauptet, Sprache sei nie einem Wandel unterworfen. Er kritisiert lediglich die Art und Weise, wie dieser Wandel erzwungen wird. Insofern ist es eher das Argument von Chris, das die Position des Autors verkürzt darstellt.


3. Thomas: „Gendern ist ein Inklusionsversuch“ und „Verbot ist ‚1984‘.“

Thomas sieht das Gendern als wichtigen Inklusionsversuch, der die Gleichberechtigung fördern soll. Er verteidigt die sprachliche Veränderung und meint, dass Gesetze, die das Gendern verbieten, viel mehr mit „1984“ zu tun hätten.

Gegenargument: Die Absicht, inklusiv zu sein, ist lobenswert, aber die Methode ist fragwürdig. Gendern mit Sonderzeichen schliesst – wie vom Autor und Kommentator Matthias ausgeführt – Menschen mit Leseschwächen, Sehbehinderungen oder mangelnden Deutschkenntnissen faktisch aus. Es schafft also neue Barrieren, anstatt bestehende abzubauen. Was den Vergleich mit Orwells „1984“ angeht: Das ist eine Umkehrung der Tatsachen. „1984“ beschreibt eine Diktatur, die das Denken der Menschen durch die Manipulation der Sprache (Neusprech) kontrolliert. Genau das tut eine Ideologie, die eine bestimmte Sprachform vorschreibt und alle Abweichungen moralisch verurteilt. Wer nicht gendert, gilt als unsozial, ignorant oder gar „rechts“. Das ist der eigentliche Zwang. Gesetze, die das Gendern in staatlichen Institutionen verbieten, sind eine Reaktion auf diesen Zwang und versuchen, die Freiheit der Sprache zu schützen – nicht zu unterdrücken. Sie sollen verhindern, dass eine Minderheitenposition zur verpflichtenden Norm wird.


4. Thomas: „Nicht die Mehrheit ist entscheidend“ und „Konservative verteufeln Gendern.“

Thomas stellt die Relevanz der Mehrheitsmeinung infrage und vergleicht sie mit anderen populären, aber aus seiner Sicht falschen Überzeugungen. Er sieht Gendern als neues Feindbild der Konservativen.

Gegenargument: Zwar ist eine Mehrheit nicht automatisch im Recht, aber sie ist der Grundstein einer Demokratie. Wenn eine Gesellschaft einen Wandel vollziehen soll, der sie spaltet und von dem sich eine überwältigende Mehrheit ablehnt, dann kann das nicht im demokratischen Sinne als Fortschritt angesehen werden. Es ist der Grund, warum die Debatte so emotional und polarisierend ist. Die Ablehnung des Genderns auf die „Konservativen“ zu reduzieren, ist zudem eine grobe Vereinfachung. Die Ablehnung zieht sich durch alle Bevölkerungsschichten und Altersgruppen – auch bei Grünen-Wählern und Frauen, wie die Statistiken im Artikel zeigen. Der Widerstand kommt nicht aus einer politischen Ecke, sondern aus einem tiefen, gesellschaftlichen Gefühl, dass die Sprache als Bindeglied statt als ideologisches Werkzeug missbraucht wird. Es geht nicht darum, das Gendern zu verteufeln, sondern die sprachliche Freiheit zu verteidigen.


Fazit:

Sprache darf sich verändern – aber nicht zu einem ideologischen Zwang werden.
Wer sich eine freie, klare und verständliche Sprache bewahren will, ist nicht rückständig – sondern aufgeklärt.

Wenn ihr, liebe Schreibtisch-Aktivist:innen, eine echte Lösung habt, hören wie uns wieder.

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