Gendern? Nein, danke!

Ein Plädoyer für Klarheit, Respekt – und gegen sprachlichen Zwang.

Manchmal braucht’s klare Worte. Also, hier sind sie: Ich bin gegen das Gendern! Und zwar das Gendern mit Sternchen, Doppelpunkten oder sonstigen Zeichenakrobatiken. Nicht, weil ich Frauen nicht sehe. Im Gegenteil. Sondern weil ich Sprache liebe – und weil ich glaube, dass Klarheit, Ästhetik und gesunder Menschenverstand mehr verbinden als künstlich gebastelte Wortmonster.

Deutsch ist schön. Nicht immer einfach, aber schön. Über Jahrhunderte gewachsen, mit Regeln, mit Rhythmus. Und genau da liegt das Problem: Wenn aus „die Leser“ plötzlich „die Leser:innen“ wird, stolpert der Text. Der Lesefluss bricht. Der Inhalt verliert. Und das für was? Für ein Gefühl? Eine Ideologie? Eine künstlich aufgepumpte Debatte, die an der Lebensrealität der meisten Menschen vorbeigeht?

Ich sage es offen: Ich glaube an zwei Geschlechter. Mann und Frau. Punkt. Das ist keine Diskriminierung – das ist Biologie. Und wenn wir anfangen, unsere Sprache einer Idee unterzuordnen, die ständig neue „Identitäten“ erschafft, verlieren wir das, was uns verbindet: Verständlichkeit.

Will ich Frauen sprachlich sichtbar machen? Na klar! Aber eben mit Stil und Sinn. Die gute alte Paarformel hat das längst drauf: „Liebe Kundin, lieber Kunde„, „Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“ – direkt, respektvoll, korrekt. So spreche ich Menschen an. Ohne Verwirrung, ohne Genderturbo, ohne ideologischen Unterton.

Ich weiss: Manche feiern das Gendern als Fortschritt. Für mich fühlt es sich eher nach Rückschritt an – sprachlich wie gesellschaftlich. Denn wenn Kommunikation zur Stolperfalle wird, läuft etwas schief.

Deshalb plädiere ich für einen Kurswechsel. Für eine Sprache, die nicht verbiegt, sondern verbindet. Die klar benennt, was ist – ohne zu kaschieren, ohne zu missionieren. Sprache ist kein Experimentierfeld. Sie ist unser Werkzeug, unser Medium. Und gerade deshalb sollten wir sorgsam mit ihr umgehen.

Ein Grossteil der Menschen, die heute gendern, tut das nicht aus Überzeugung – sondern aus Anpassung. Aus Angst vor dem nächsten Shitstorm, aus Bequemlichkeit, um dazuzugehören, oder weil es der Arbeitgeber so will. Da ist kein echtes Nachdenken, kein inneres Ringen um Sprache und Identität. Es ist ein reflexartiges Mitlaufen – nach dem Motto: „Machen jetzt halt alle.“ Gut gemeint, sicher. Aber gut gemeint ist eben nicht gut gemacht. Wer ohne eigene Haltung Sprachzeichen übernimmt, gibt ein Stück Souveränität ab – und trägt dazu bei, dass Sprache zum Bekenntnis statt zum Werkzeug wird. Genau das aber darf nicht passieren.

Also ja: Ich bleibe bei der Doppel-Nennung. Aus Überzeugung. Weil sie ehrlich ist. Weil sie schön ist. Und weil sie allen gerecht wird – ohne dabei die Sprache selbst zu opfern.


Hier sind aktuelle Statistiken zum Thema Gendern – mit Zahlen und Unterschieden nach Ländern:

Deutschland

  • 80 % lehnen das Gendern ab, nur 14 % befürworten es, 6 % sind unentschieden (Civey/t‑online, Dez 2023) (t-online.de).
  • 73–75 % empfinden Sternchen, Unterstrich, Doppelpunkt oder pausierte Lesungen als störend; 22 % finden solche Formen gut (Forsa/RTL/ntv Juli 2023, Focus) (focus.de).
  • 65 % sprechen sich gegen „stärkeres Gendern“ in Medien/Öffentlichkeit aus; selbst unter Wähler von Bündnis 90/Grüne lehnt knapp die Hälfte es ab (Infratest dimap/Welt am Sonntag) (tagesspiegel.de).
  • Laut YouGov/dpa lehnen 42 % das Binnen‑I & Sternchen „voll und ganz“ oder „eher“ ab; 37 % sind dafür, und 21 % sind unentschieden (faz.net).
  • Weitere Studie (Kantar Emnid/Chrismon, Apr 2023): 32 % lehnen Gendern grundsätzlich ab, 13 % finden es gut, der Rest ist indifferent (deutschlandfunk.de).
  • Eine riesige Stern TV‑Umfrage aus 2022 ergab: 93 % sind gegen, 6,7 % dafür – Männer sogar knapp 96 % gegen, Frauen 89 % dagegen (de.wikipedia.org).

Schweiz

  • Laut Tamedia‑Umfrage 2023 (repräsentativ):
    • 68 % lehnen gender­neutrale Sprache im öffentlichen bzw. beruflichen Rahmen ab,
    • 75 % lehnen sie auch im Privatbereich ab.
    • 59 % halten die ganze Debatte für unwichtig (de.wikipedia.org).

Fazit

Die Daten zeigen: In Deutschland äussert sich eine klare Mehrheit von zwei Dritteln bis vier Fünfteln ablehnend gegenüber gendergerechter Sprache – und nur eine Minderheit (10–25 %) befürwortet sie. Ausserdem sind jeweils 10–20 % unentschieden oder indifferent. In der Schweiz lehnt sogar mehr als zwei Drittel solche Formen ab.


Also: Genderst du? Wenn ja, wieso!?

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