Instagram? Brauche ich nicht mehr.

Warum ich Instagram gelöscht habe – und was ich stattdessen gefunden habe

Eines der Dinge, die mir hier klar geworden sind: Ich brauche Instagram nicht mehr.
Eigentlich wusste ich das schon lange. Social Media Apps habe ich schon vor Jahren vom Handy verbannt. Wenn ich Instagram genutzt habe, dann nur noch am Computer – mit einem Filter, der Reels stoppt, Storys ausblendet, Werbung und Vorschläge entfernt.

Was geblieben ist, sind ein paar Fotos. Aber selbst die berühren mich nicht mehr. Die Bilder sind klein, unscharf, in ein Format gezwängt, das nicht zu meiner Fotografie passt. Und das meiste, was man sieht, sind Werbebotschaften oder perfekt inszenierte Leben.

Instagram verspricht Verbundenheit, erzeugt aber Vergleich. Der Algorithmus will, dass man ständig scrollt, ständig bewertet, ständig reagiert. Und ohne es zu merken, misst man sich an dem, was andere posten. An ihren Erfolgen, Reisen, Körpern, Wohnungen. Am Ende bleibt ein Gefühl von „zu wenig“.

Und während man scrollt, vergeht Zeit. Eine halbe Stunde hier, eine Stunde dort – Zeit, die am Ende fehlt. Für ein gutes Gespräch. Für einen Spaziergang um Ruhe oder einen Geo-Cache zu finden. Für ein Buch, das schon lange darauf wartet, gelesen zu werden. Für eine Schallplatte, die gewaschen und gehört werden will. Für einen Gedanken, der nur entstehen kann, wenn es still ist.

Mir ist (endgültig) klar geworden, dass ich das nicht mehr brauche. Ich habe meine eigenen Inhalte ohnehin nur halbherzig geteilt – am Ende waren es meist KI-generierte Bilder, ohne Tags, ohne Texte. Es war mir egal. Und genau deshalb war es Zeit, loszulassen.

Also habe ich Instagram gelöscht. Kein grosses Statement, kein „Digital Detox Manifest“. Einfach eine leise Entscheidung: Das passt nicht mehr zu mir.

Und nein – ich höre nicht auf zu teilen. Ich teile hier, auf meinem Blog. Ohne Algorithmus, ohne Druck, ohne das Gefühl, „mithalten“ zu müssen. Hier gibt es Raum für Gedanken, für Tiefe, für das, was Social Media für mich längst verloren hat.

Freiheit beginnt vielleicht genau dort, wo man wählt, was man mit der Welt teilt – und was man einfach für sich behält.


Titelfoto von Vighnesh Dudani auf Unsplash

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