Der erste Schritt ist getan

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Tag 1: Wenn der „Chemiecocktail“ fliesst

Gestern war es so weit. Der Termin, auf den wir die letzten Tage mit einer Mischung aus Respekt und Anspannung hingeschaut haben: Der erste Therapietag in der Onkologie. Von 11:00 bis 17:00 Uhr war das Zeitfenster angesetzt – sechs Stunden, die sich in der Vorstellung wie eine Ewigkeit anfühlten.

Die Zeit vergeht wie im Flug

Der Start war geprägt von der klinischen Routine: Gespräche führen, Formulare ausfüllen, letzte Fragen klären. Es ist seltsam, wie schnell die Zeit verfliegt, wenn man mitten in diesem Prozess steckt. Kurz nach 16:00 Uhr war sie fertig. Als wir uns im Gang trafen, sah ich ihr an, dass sie geschafft war – sichtlich müde, aber doch viel besser beieinander, als wir beide befürchtet hatten.

Das „Kältedingens“: Ein frostiger Schutzschild

Eine unserer grossen Sorgen war das, was ich liebevoll das „Kältedingens“ nenne. Dahinter verbirgt sich ein System zur Kühlung von Kopfhaut, Händen und Füssen. Die Logik dahinter ist simpel, aber effektiv: Durch die Kälte ziehen sich die Gefässe zusammen, die Durchblutung an diesen Stellen wird reduziert. So gelangt weniger von dem aggressiven Chemiecocktail dorthin. Das Ziel: Die Haare behalten und Nervenschäden in den Fingern und Zehen vermeiden.

Die Befürchtung, dass diese Prozedur den Tag extrem unangenehm machen würde, hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Sie hat es erstaunlich gut weggesteckt.

Wenn der Körper sich nimmt, was er braucht

Die Quittung kam erst zuhause. Kaum waren wir in unseren eigenen vier Wänden, hat der Körper die Führung übernommen und sich genau das geholt, was er jetzt am dringendsten braucht: Ruhe.

Sie ist irgendwann einfach eingeschlafen – tief, fest und ungestört. Wir sind dann beide sehr früh ins Bett gegangen. Nach so einem Tag zählt nicht mehr viel, ausser Schlaf und das Wissen, dass der erste Schritt getan ist.

Der Anfang ist gemacht. Jetzt heisst es abwarten, wie der Körper die Dosis in den nächsten Tagen verarbeitet. Aber für heute nehmen wir dieses gute Gefühl mit: Die erste Hürde ist genommen.

Kommentare: 1

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17.01.2026 14:42
Ich wünsche mir von ganzem Herzen, das sie es schafft!!! Den Therapieansatz mit der Kühlung finde ich sehr interessant- eine Bekannte von mir kämpft ebenfalls - und hat keine Haare etc mehr- dafür jetzt eine Perücke. Für Frauen ist das ohne Haare so ein NO GO, bei uns Männern wird es früher oder später ohnehin weniger... Die Schädigung der Nervenzellen einzudämmen halte ich für viel wichtiger- es fühlt sich für mich schon schlimm an, nicht mehr so gut zu hören und sehen zu können- ich werde dieses Jahr 60…

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