
Der Schlachtplan steht: Zwischen Hoffnung und den nächsten sechs Monaten
Der 9. Januar 2026 markiert für uns eine Zäsur. Es war der Tag des ersten Besuchs in der Onkologie des KSGR (Kantonsspital Graubünden). Ein Ort, an dem die Zeit anders fliesst und die Luft schwerer zu sein scheint, geladen mit den Schicksalen all jener, die dort im Wartebereich sitzen.
Das Wartezimmer: Ein Spiegel der Realität
Es ist ein seltsames Gefühl, dort zu sitzen. Man schaut sich um, sieht die anderen Betroffenen und hört unfreiwillig zu. Besonders intensiv war der Moment, als zwei Männer begannen, ihre Krebsgeschichten untereinander auszutauschen. In diesem Augenblick wird einem die Brutalität dieser Krankheit so richtig bewusst. Es ist schwer, sich abzugrenzen, bei sich zu bleiben und sich auf den eigentlichen Grund des Termins zu konzentrieren, während um einen herum die Diagnosen anderer wie Echos durch den Raum schwingen.
Die Diagnose und der Weg vor uns
Die Gespräche mit der Ärztin im KSGR waren ein Lichtblick in dieser beklemmenden Situation. Sie war unglaublich empathisch, hat sich Zeit genommen und uns jedes Detail erklärt. Trotz der Umstände fühlen wir uns dort sehr gut aufgehoben.
Die Fakten sind nun klar:
- Der Befund: Der Tumor ist eine seltene und leider sehr schnell wachsende Form des Brustkrebs. Das macht schnelles Handeln erforderlich.
- Die gute Nachricht: Wie wir seit dem 7. Januar wissen, hat der Krebs nicht gestreut und die Lymphen sind frei. Das ist unsere grösste Trumpfkarte – die Heilungschancen sind dadurch immens gross.
- Der Plan: Wir starten mit einer sechsmonatigen Chemotherapie (Taxan und Platinpräparat, kombiniert mit einer Antikörpertherapie. Danach folgt die Operation. Je nachdem, was das Gewebe dann sagt, folgen Bestrahlung, weitere Chemo oder eine Immuntherapie.
Sechs Monate – Ein Berg aus Zeit
„Sechs Monate“. Das Wort hallt nach. Es ist eine lange Zeit, ein Marathon, der uns bevorsteht. „Ufff“ beschreibt unser Gefühl dabei wohl am besten. Es ist die Ungewissheit, wie ihr Körper die Chemodosis aufnehmen wird und wie sie die kommenden Wochen verarbeitet.
Nächste Woche geht es los. Der Plan steht, die Zuversicht ist da, aber der Respekt vor dem Weg ist gross. Wir gehen diesen Weg jetzt Schritt für Schritt. Gemeinsam.
Kommentare: 3
Interesse an einer Diskussion? Schreibe einen Kommentar. ▼